Sie haben einen glänzenden neuen Edelstahlkühlschrank gekauft und erwartet, dass er für immer makellos aussieht. Sechs Monate später bilden sich Rostflecken in der Nähe des Griffs. Was ist schiefgelaufen?
Sie sind nicht allein. Tausende Hausbesitzer fühlen sich betrogen, wenn ihre „Edelstahl“-Produkte zu rosten beginnen. Manche fragen sich sogar, ob ihnen gefälschter Edelstahl verkauft wurde.
Die Wahrheit ist: Edelstahl KANN rosten.

Edelstahl bekämpft Rost mit einem unsichtbaren Schutzschild aus Chromoxid.
Jedes Stück Edelstahl enthält mindestens 10.5 % Chrom. Wenn dieses Chrom mit dem Sauerstoff der Luft in Kontakt kommt, bildet es eine nur wenige Nanometer dicke Schutzschicht. Man kann sie nicht sehen, aber sie ist da und verhindert, dass Feuchtigkeit und Sauerstoff das darunterliegende Eisen erreichen.
Das ist das Besondere an Edelstahl im Vergleich zu normalem Stahl: Wenn Eisen rostet, blättert der Rost ab und legt frisches Metall frei, das weiterer Korrosion ausgesetzt ist. Chromoxid hingegen haftet fest an der Oberfläche. Es blättert nicht ab.
Ja. Absolut ja.
Der Begriff „rostfrei“ bedeutet fleckenbeständig, nicht fleckensicher. Wenn die schützende Chromoxidschicht beschädigt oder abgetragen wird, kann sich auf jeder Edelstahloberfläche Rost bilden.
Es ist wie mit Sonnencreme. Die Haut verbrennt nicht so schnell, wenn man Lichtschutzfaktor 50 verwendet, aber wenn man lange genug in der Sonne bleibt, ohne erneut einzucremen, bekommt man trotzdem einen Sonnenbrand.
Zwei Hauptkategorien zerstören die Schutzschicht: Umwelteinflüsse und physikalische Schäden.
Schon Rost aufgetreten? Den können Sie wahrscheinlich selbst zu Hause beheben.
Vermischen Sie Backpulver mit Wasser zu einer dicken Paste. Tragen Sie diese auf die rostige Stelle auf und lassen Sie sie 30 Minuten einwirken. Reiben Sie die Stelle anschließend vorsichtig mit einem weichen Tuch in Maserungsrichtung ab, spülen Sie sie ab und trocknen Sie sie gründlich. Diese Methode eignet sich für die meisten leichten Oberflächenroste.
Bei hartnäckigen Rostflecken ein Tuch in Weißweinessig tränken und mindestens 30 Minuten auf den Rost legen. Die Essigsäure löst den Rost, ohne die Oberfläche zu zerkratzen. Anschließend gründlich abspülen.
Bar Keepers Friend enthält Oxalsäure, die Rost effektiv und schonend entfernt. Ich verwende es seit Jahren für Edelstahlspülen und -kochgeschirr mit hervorragenden Ergebnissen.
Pro-TippReinigen Sie Oberflächen stets in Richtung der Metallmaserung und testen Sie Reinigungsmittel vorher an einer unauffälligen Stelle.
Nicht jeder Edelstahl ist für die gleichen Umgebungsbedingungen gleichermaßen geeignet. Die beiden gängigsten Sorten unterscheiden sich deutlich in ihrer Chloridbeständigkeit.
| Merkmal | 304 rostfreier Stahl | 316 rostfreier Stahl |
|---|---|---|
| Chromium | 18% | 16-18 % |
| Nickel | 8% | 10-14 % |
| Molybdän | Non | 2-3 % |
| Chloridtoleranz | 100-200 ppm | 1,000-2,000 ppm |
| Kosten | Standard | 20-30% höher |
| Am besten geeignet, | Für den Innenbereich, Küche | Küsten-, Meeres- und Pools |
Wohnen Sie mehr als 10 Kilometer vom Meer entfernt? Edelstahl der Güteklasse 304 ist für den täglichen Gebrauch bestens geeignet. Er wird in den meisten Küchengeräten und Spülbecken verwendet.
Wohnen Sie in Küstennähe oder besitzen Sie einen Pool? Dann investieren Sie etwas mehr in Edelstahl 316. Durch das zusätzliche Molybdän ist er etwa zehnmal salzbeständiger als Edelstahl 304.
Edelstahl rostet, wenn seine schützende Chromoxidschicht beschädigt oder abgebaut wird. Doch Rostbildung zu verhindern ist überraschend einfach.
Mit milder Seife reinigen. Vollständig trocknen lassen. Stahlwolle und Bleichmittel vermeiden. Wählen Sie die für Ihre Umgebung geeignete Körnung.
Wenn Sie diese Grundregeln befolgen, hält Ihr Edelstahl problemlos 50 Jahre oder länger.
Im Zweifelsfall gilt die goldene Regel: milde Seife, weiches Tuch, gründlich abtrocknen. Ihr Edelstahl wird es Ihnen danken.